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Wissenschaftlicher Name: Abies semenovii (B. A. Fedtsch.)
Synonyme: A. Farjon 1998: Abies semenovii B. FEDTSCHENKO, Tang S. Liu: Abies sibirica var. semenovii (B. A. Fedtsch.)
Gebräuchliche Namen: Tianshan Tanne, Kirgisische Tanne
Z. Debreczy und I. Rácz (2011) sowie S. A. Semerikova et al. (2012) L. Orlowa
Das natürliche Areal der Abies semenovii liegt in Kirgisistan im Talas Alatau und Tschatkalgebirge. Die als Relikttanne bezeichnete Art wächst in drei räumlich voneinander getrennten Vorkommen in den Tälern der Flüsse Chychkan und Besh-Tash sowie im Biosphären Reservat Sary-Chelek in Höhen von 1700 – 2400 m. Die Gesamtfläche des Vorkommens beträgt 3.700 ha. Das Vorkommen im Besh-Tash Tal, im gleichnamigen Nationalpark, wird als die Typlokalität bezeichnet.
Die Bäume wachsen hier auf dem Schwemmland der Flüsse. Die trockenen Berghänge in unmittelbarer Nähe werden nicht besiedelt. Die Sommer sind heiß und trocken. Die Temperaturen erreichen 30°C. Der Niederschlag in den Monaten Juni bis September beträgt im Durchschnitt 100 mm. Der jährliche durchschnittliche Niederschlag beträgt 500-600 mm. Die Tiefsttemperaturen im Winter können -10 bis -15 °C erreichen.
Boris Fedtschenko beschrieb sie 1898 erstmalig und stufte sie als eigene Art ein. Der nächste Verwandte, Abies sibirica, kommt erst in einer Entfernung von 500 km vor. Während H. Gaussen 1964 den Artrang von A. semenovii bestätigte, bezeichneten sie A. Farjon und K. Rushforth 1989 sowie Tang S. Liu 1971 als Unterart. Eine 2012 von S. A. Semerikova, M. Lascoux und V. L. Semerikov durchgeführte genetische Untersuchung bestätigte den Artstatus der A. semenovii.
Der Baum erreicht Höhen von 30 (selten 50) Metern. Der Stamm ist schlank mit Durchmessern von 0,6 bis 1 Meter Die Krone ist kegelförmig. Die im Jugendstadium hellgraue, mit Harzbläschen bedeckte Rinde, wird im Alter rissig. Die Jungtriebe sind im ersten Jahr bräunlich und weich behaart. Die apikale Knospen sind kugelförmig, 4-6 mm lang, von brauner Farbe und leicht harzig.
Die Nadeloberseite ist glänzend hellgrün. Die Nadeln haben eine Länge von 35-45 mm und eine Breite von 1,8-2,0 mm. Auf der Unterseite befinden sich auf jeder Seite des Kiels 2 weiße Wachsbänder mit 4-5 Stomatareihen. Die Nadeln sind radial angeordnet, wobei sie auf der Oberseite der Zweige dichter stehen wie auf der Unterseite. Die Spitze der Nadeln ist ausgerandet. An den Gipfeltrieben auch spitz. Sie verbleiben bis zu 10 Jahren am Baum.
Die weiblichen Blütenstände stehen aufrecht im oberen Teil der Krone an vorjährigen Trieben. Sie sind 6 cm lang und gelbgrün gefärbt. Die gelben 1 cm langen männlichen Blütenstände befinden sich im mittleren Kronenbereich. Die einzelnen Blütenstände findet man aufgereiht an vorjährigen Trieben. Die kurz gestielten Zapfen sind 58-70 mm lang und 26-30 mm breit. Die im Jugendstadium grünen Zapfen werden bei der Reife braun und sind stark harzig. Die dreieckigen Samenschuppen bedecken die Deckschuppen vollständig. Die Samen sind 6-7 mm lang und 3 mm breit. Die Flügel der Samen erreichen eine Länge von 10 mm.
Abies semenovii wurde am 16. Dezember 2010 in die Rote Liste (Red Data Book) aufgenommen und als LC (Least Concern), nicht gefährdet, eingestuft. Im Weiteren wird aber die Zersplitterung der Population und die Gefahr durch Abholzung dokumentiert. S. Semerikowa weist in ihrer Veröffentlichung vom Dezember 2012 darauf hin, dass der Hintergrund für die Einstufung als nicht gefährdet, der Tatsache geschuldet ist, das A. semenovii nur als Unterart der Abies sibirica angesehen wird. Aufgrund des permanent schrumpfenden Aufstandsgebietes der A. semenovii und der Nachweis des Artstatus, fordert S. Semerikowa deshalb eine Heraufstufung der Art auf gefährdet.
Uwe Jaschik, in Freital-Burgk near Dresden, Germany.
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